Einschulung in die Grundschule und Zurückstellung von der Grundschule:

Die Einschulung wird in der schulrechtlichen Praxis vor allem unter 2 Aspekten relevant, auf die an dieser Stelle aus diesem Grunde auch ausschließlich eingegangen werden soll:

  • Während die vorzeitige Einschulung in der Praxis meist entweder nicht vorkommt oder regelmäßig reibungslos durchläuft, ist die Zurückstellung von der Schule häufig nach wie vor ein gravierendes Problem.
  • Kommen nicht nur die Eltern, sondern auch die Schule zu dem Ergebnis, daß ein Kind noch nicht schultauglich ist, so besteht oftmals die Problematik, daß die Schule statt einer Zurückstellung von der Schule, das Kind gleich in eine Förderschule (=Sonderschule) "verfrachten" will.

Im einzelnen:

Zurückstellung von der Schule:

Die wesentlichen Regelungen zur Einschulung und Zurückstellung befinden sich in § 18 ThürSchulG und §§119ff ThürSchulO:

Die Vollzeitschulpflicht beginnt für alle Kinder, die am 1. Augist eines Jahres 6 Jahre alt sind, am 1. Auguste desselben Jahres: D.h. wer am 1. August 6 Jahre alt wird, der wird grundsätzlich eingeschult.

Eine Zurückstellung ist nur dann möglich, "wenn aufgrund der Entwicklung des Kindes zu erwarten ist, daß es nicht mit Erfolg am Unterricht teilnehmen kann." Im Ergebnis handelt es sich hierbei um eine ähnliche Regelung wie sie auch in anderen Bundesländern möglich ist.

Was also tun, wenn eine Zurückstellung nicht erfolgen soll?

Die Verweigerung der Zurückstellung ist ein Verwaltungsakt, der durch Widerspruch angegriffen werden kann.

Da regelmäßig nicht zu erwarten ist, daß bis zum Schuljahresbeginn (positiv) über den Widerspruch entschieden ist, muß man immer die Möglichkeit eines Eilantrages vor dem Verwaltungsgericht als letzte Möglichkeit im Hinterkopf haben.

In jedem Fall gilt: Bevor es zeitlich knapp wird, sollten Sie rechtzeitig einen Anwalt konsultieren. Oftmals sind auch ergänzende Ermittlungen (wie Privatgutachten) notwendig, die dann kurzfristig (zumal während der Sommerferien) nur noch schwer zu beschaffen sind. Für nähere Fragen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Zurückstellungswunsch der Eltern und Antrag auf Förderbedarf der Schule:

Wie eingangs erwähnt, ist es neuerdings immer öfter der Fall, daß die Schulen eine harte Gangart einschlagen:

Kinder, die noch nicht schulreif sind, sollen nicht zurückgestellt werden, sondern in eine Förderschule abgeschoben werden.

Geschieht dies, ist höchste Vorsicht geboten:

  • Insbesondere sollte dieses Vorhaben bereits im Keim erstickt werden, bevor ein entsprechendes Verwaltungsverfahren auf Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs eingeleitet wird.
  • Wird ein Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderedarfs eingeleitet, kann dies faktisch zu erheblichen Nachteilen führen, da dann regelmäßig Vorbehalte von Regelschulen bestehen (auch bei Gastschulanträgen).
  • Solche Verwaltungsverfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs können zwar mit anwaltlicher Hilfe regelmäßig verzögert werden, aber zugleich hängt dann das parallele Verwaltungsverfahren zur Zurückstellung von der Schule in der Luft.

Sollte deshalb anläßlich der Einschulung von Förderschulen die Reden sein, sollte sofort gehandelt werden. Jeder Zeitverzug macht eine Lösung schwieriger. Für nähere Informationen kontaktieren Sie mich bitte direkt.